Neue ÖPNV - Angebote sollen die Bergdörfer besser anschließen

(13.10.2019) Nach dem Motto „vorbei am Stau“ setzen wir uns für ein zukunftsfähiges Nahverkehrskonzept mit einem zuverlässigeren und pünktlicheren ÖPNV ein, insbesondere für die Verbindungen in die Innenstadt. Dies war eines unserer Hauptthemen beim Kommunalwahlkampf 2019.

Eine klare Ansage zum Thema Klimaschutz kam nun erfreulicherweise von der Landesregierung Baden-Württemberg: „eine Verdoppelung der ÖPNV-Nutzung“.

Nach vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, haben wir Vorschläge zu Ergänzungen des ÖPNV-Angebotes im Bereich der Karlsruher Höhenstadtteile ausgearbeitet. Dabei Bei der Fahrt von Palmbach zur Wolfartsweierer Straße muss heute zweimal umgestiegen werden (Bildquelle: KVV)wollen wir mit „kleinen“ auch kurzfristig umsetzbaren Vorschlägen anfangen:

  1. Verlängerung der Buslinie 47A (Taktverdichtungslinie der L47) während der Hauptverkehrszeiten vom Zündhütle durch das Industriegebiet Killisfeld bis zum Bereich Wolfartsweierer Straße / Ludwig-Erhard-Allee.
    Es soll auch geprüft werden, die die verlängerte Linie bis zum Gottesauer-Platz (wie der Bus 42) oder zum Durlacher Tor geführt werden kann, um einen zusätzlichen Anschuss in die Innenstadt zu erreichen.
    Begründungen:
    a) Wir wurden schon mehrmals auf den Anschluss des Industriegebietes Killisfeld / Ottostraße angesprochen. Von den Karlsruher Bergdörfern gibt es für die Arbeitnehmer keine direkte Verbindung. Es muss umständlich, mit viel Zeitverlust umgestiegen werden.
    b) Mit dem fortschreitendem Ausbau der Ludwig-Erhard-Allee entsteht ein Bedarf für alle östlichen Stadtteile, diesen Bereich direkt vom Zündhütle aus zu erreichen. Hier entstehen eine große Anzahl neuer Arbeitsplätze. Bisher muss man umständlich über den Hauptbahnhof fahren oder mit verschiedenen Buslinien zweimal umsteigen.
  2. Verlängerung der Buslinie 47 von Stupferich bis Bahnhof Kleinsteinbach, mit Anbindung an die S5
    Aufgrund unserer Lage am östlichen Stadtrand gibt es bei uns viele Einwohner die im Enzkreis und in Pforzheim ihre Arbeitsplätze haben. Bisher muss umständlich über KA-Hbf. oder Bhf. Durlach in Richtung Pforzheim gefahren werden. Viele Bürger benutzen auch bis Durlach Bahnhof ihren PKW und steigen dann in die Bahn um.
    Von der Haltestelle „Stupferich Rathaus“ bis Bahnhof Kleinsteinbach ist es nur eine Strecke von 4 KM, bzw. 5 Minuten Fahrzeit. Wir halten eine Linienverlängerung nur bis zum Kreisverkehr in Kleinsteinbach für sinnvoll, da so die Probleme mit dem beschrankten Bahnübergang  umgangen werden können. Diese Anbindung würde bzw. ab Grünwettersbach bei der Fahrt mit der S5 Richtung Pforzheim einen Zeitvorteil von ca. 36 bis 42 Minuten  bringen. Die Verbindung nach Pforzheim wäre ab Grünwettersbach auch 20 Minuten schneller, als die Fahrt mit der Linie 47 und dem Interregioexpress (IRE1) über den Hauptbahnhof. Selbst Fahrten von Kleinsteinbachern Bürgern von und zum Hauptbahnhof liegen im interessanten Zeitbereich. Außerdem erhält die Aloys-Henhöfer-Schule eine weitere Anbindung. Wir sehen daher für diese Linienverlängerung großes Potential.
  3. Durchgehender 20-Minuten-Takt der Linie 47 am Abend und am Wochenende
    Ein großes Ärgernis für Fahrten in der Freizeit ist der ausgedünnte 20/40 Minuten-Takt zu vielen Zeiten außerhalb des Berufsverkehrs. Da man in der verkehrsarmen Zeit innerhalb von 15 Minuten mit dem PKW von der Innenstadt nach Palmbach fahren kann, gewinnt man mit diesem Angebot keine neuen ÖPNV-Kunden. Im Zeichen der Verkehrswende sollte hier nachgelegt werden.
  4. Taktverdichtung der Buslinie 107 nach Ettlingen
    Auch von den Höhenstadtteilen kommend, steigen viele Fahrgäste nach Ettlingen um. Hier könnten mit einem durchgehenden 30 Minuten-Takt zusätzliche Fahrgäste gewonnen werden. Auch samstags und sonntags sollte die Linie einen dichteren Takt haben. Die jetzige Taktung macht für Autofahrer keinen Sinn in den Bus nach Ettlingen zu wechseln.
  5. Anbindung des P+M-Platzes am Autobahnanschluss Karlsbad an das Busnetz
    Wir wurden von mehreren Wettersbacher Bürgern angesprochen, die mit dem PKW den Autobahnparkplatz ansteuern, um sich dort abholen zu lassen. Eine direkte Fußweg- oder Fahrradverbindung von Palmbach kommend, ist dort nicht vorhanden. Mit einer Bushaltestelle am P+M-Platz (auf Gemarkung Stupferich) würde ein Mobilitätsknoten entstehen, an dem der örtliche PKW-Verkehr und der Autobahnverkehr mit dem ÖPNV vernetzt werden.  Da dieser Parkplatz in naher Zukunft ausgebaut und wesentlich vergrößert wird, könnte hier bereits auswärtige PKW-Fahrer mit Fahrtziel Innenstadt zum Umstieg in den ÖPNV eingeladen werden.
  6. Einrichtung von Busspuren zwischen Zündhütle und Hauptbahnhof
    Bereits im Frühjahr 2019 wurde unser Antrag "Prüfung der Möglichkeiten zum Einrichten von Busspuren für die Linien 44 und 47" im Ortschaftsrat Wettersbach einstimmig beschlossen.
  7. Busverbindung von Palmbach nach Waldbronn, zumindest bis Rathausmarkt / Albtherme.
    Leider wurde die Buslinie 117 nach zwölf Monaten eingestellt, da sich die Gemeinde Waldbronn von der Mitfinanzierung zurückzog. Es sollte zumindest eine kleine Lösung mit einer Anbindung des Rathausmarktes, mit Anschluss an die Waldbronner Buslinie wieder angeboten werden.
  8. Einführung eines Kurzstreckentarifes in Karlsruhe
    Hierzu haben wir einen neuen Antrag im Ortschaftsrat gestellt.

Wir haben uns außerdem mit zahlreichen längerfristigen Zielen, wie Busspuren an der Südtangente, einer schnellen Straßenbahnverbindung vom Zündhütle über die Wolfartsweierer Brücke in die Innenstadt, einer Stadtbahnverbindung nach Ettlingen und in die Bergdörfer, bis hin zur „Modellregion Seilbahn Karlsruher Bergdörfer“ auseinander gesetzt. Wichtig ist uns bei diesen Themen eine schnellere Anbindung vom Zündhütle in die Innenstadt. Als beste Lösung sehen wir hier eine zukünftige Stadtbahnlinie „Ettlingen – Wolfartsweier - Zündhütle – Wolfartsweier Brücke – Südostbahn“. Diese Maßnahmen sind jedoch Aufgabe der Stadtplaner, denen wir hiermit Anregungen geben wollen.

Wir wollen nun mit Bürgern im Bereich der Karlsruher Höhenstadtteile weiter ins Gespräch kommen und diese Vorschläge diskutieren. Mit den Ergebnissen werden wir dann über den Ortschaftsrat Wettersbach mit der Stadtverwaltung und dem KVV ins Gespräch gehen.

Zum Bericht: CDU/FW-Wettersbach fordert neue Verkehrskonzepte und Ergänzungen im Nahverkehrsplan