Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Webseite, wir erstellen hier eine wachsende Sammlung ortsgeschichtlicher Themen zur Vorbereitung des Grünwettersbacher Geschichtsweges. Aus diesen Inhalten soll später der „Geschichtsweg Grünwettersbach“ entstehen – ergänzt durch einen Rundweg zu unseren „Wegle, Stäffele und Aussichtspunkten“. Nach und nach werden wir diese Seiten erweitern und ergänzen.
💡 Mitgestaltung erwünscht!
Dieses Projekt lebt vom Wissen und Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Wir sind ein ortschaftsrätlicher Arbeitskreis aller Fraktionen, unterstützt von geschichtsinteressierten Einwohnerinnen und Einwohnern. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich einzubringen – sei es mit Wissen, Anregungen, Texten oder historischen Daten zu unseren Themen. Wir freuen uns auch über alte Fotos aus Grünwettersbach, die zur Geschichte unseres Ortes beitragen können.
Auf dieser Seite geht es um „Gaststätten und Cafés, die es nicht mehr gibt“ – mit einer kurzen Chronik zu jedem.
Wer hat weitere Fotos?
🍺 Zusammenfassung der Gaststätten in Grünwettersbach aus Buch "Wettersbach 1975"
(Text muss noch gepüft und ergänzt werden)
Die ältesten und wichtigsten Gaststätten in Grünwettersbach gruppierten sich um das Rathaus und besaßen die sogenannte Schildgerechtigkeit (Berechtigung zum Führen eines Gasthauses mit Speiselokal, Gästezimmern und Pferdestallungen).
Die vier bekanntesten Gasthäuser in Grünwettersbach
- Zum Lamm (Hauptstraße 147/Am Wetterbach 39):
- Eines der bekanntesten Häuser im Ort.
- Im 19. Jahrhundert um ein zweites Geschoss aufgestockt, um den großen „Lamm-Saal“ im Obergeschoss zu schaffen.
- Wurde zum beliebten Treff- und Veranstaltungsort für örtliche Vereine (Tanzabende, Konzerte, etc.).
- Die älteste vorhandene Ansichtskarte stammt aus dem Jahre 1897.
- Im 20. Jahrhundert von Metzgern und Wirten (z.B. Gottlieb Mannhardt, Wilhelm Scheurer) betrieben, die Schlachthäuser und erweiterte Gasträume hinzufügten.
- Diente während des „Dritten Reiches“ der NSDAP als Parteilokal.
- Der gesamte Gebäudekomplex wurde im Herbst 1974 abgerissen. Heute erinnert nur noch der „Lammplatz-Brunnen“ daran.
- Zum Schwarzen Adler (Hauptstraße 149/Am Wetterbach 43):
- Name in späteren Jahren "Zum Adler"
- War rechts neben dem „Lamm“. Das Gebäude ist heute noch vorhanden.
- Ab 1904 ebenfalls von einem Wirt und Metzger (Wilhelm Kappler) geführt, der auch Fleisch, Wurst und Schnaps verkaufte.
- Auf der Ansichtskarte von 1917 ist angegeben: "Gasthaus zum Adler von Wilhelm Kappler"
- Später wurde der Adler von der Familie Link betrieben.
- Diente der Grünwettersbacher SPD und KPD als Vereinslokal.
- Ansichtskarte mit außen- und Innenaufnahmen. Herausgeber: "Gasthaus und Metzgerei zum Adler, Inh. Lieselotte Leischner, Grünwettersbach bei Karlsruhe i. B. - Bekannt gut bürgerl. Küche - Gepfl. Getränke, Schöne Fremdenzimmer - Saal geeignet für Gesellschaftsveranstaltungen und Betriebsausflüge - Tel. ....."
- Firmierte seit den 1970er-Jahren unter wechselnden Namen („Adlerhorst", Troika“, „Adler-Knossos“, „Da Vico“, „L'Ancora“, „La Grotta“)
Werbeanzeige 1903, Quelle: https://digital.blb-karlsruhe.de/
- Zur Sonne (Hauptstraße 93 (früher 173)/Am Wetterbach):
- Eine Schankwirtschaft, die erstmals 1897 aktenkundig wurde.
- Der Betreiber im Jahre 1926 war Gustav Link.
- Stellte den Betrieb 1977/78 ein. Das Gebäude ist heute noch vorhanden.
- Zur Krone (Haupt-/Kirchstraße): War anfangs eine Schankwirtschaft (keine Schildgerechtigkeit) und wurde schon 1889 im Karlsruher Tagesblatt beworben. 1919 kaufte Karl
Höger das Anwesen und richtete dort den ersten wirklichen Gemischtwarenladen ein. Der Schankbetrieb wurde vermutlich erst in den späten 1930er-Jahren unter einem neuen Besitzer wieder aufgenommen und 1966 endgültig geschlossen.
Die ältesten vorhandenen Ansichtskarten stammen aus den Jahren 1897 und 1900. Auf der Ansichtskarte von 1900 ist das Gebäude zusätzlich mit C. Ch. Mezger geschriftet. Auf der Ansichtskarte von 1904 heißt es "Gasthaus zur Krone mit Gartenwirtschaft Christian Kraus".
Im Jahre 1936 gibtes eine Ansichtskarte Herausgeber: "Gemischtwarengeschäft und Wirtschaft zur Krone - Inh. Karl Höger Grünwettersbach".
Ansichtskarte 1955: Herausgeber: "Gasthaus und Metzgerei zur Krone, Bes. Fritz Roth, Grünweettersbach bei Karlsruhe in Baden, Bekannt gute Küche, gepfl. Getränke - Tel. 41784"
Heute ist dort, gegenüber vom Rathaus, die Fahrschule untergebracht.
Weitere Wirtschaften in Grünwettersbach
- Zur Rose (Kirchgasse/Kirchstaig 3, dann Umzug in die Hauptstraße, neben das Lamm):
- Besitzt eine lange Geschichte, wie das Aquarell von 1840 zeigt.
- Ging 1818 durch Erbschaft an Bürgermeister Georg Rentschler.
- Der Gaststättenbetrieb wurde auf Antrag von Christian Friedrich Rentschler in den späten 1870er/frühen 1880er-Jahren temporär eingestellt (mit erfolgreichem Einspruch gegen den Verlust der Schildgerechtigkeit).
- Das Gasthaus Rose befand sich zuerst im Haus Kirchstaig 3 (heute Haus Bollian) und zog dann in die Hauptstraße, in das Nachbarhaus vom Gasthaus Lamm,, um.
- In die ehemalige Wirtschaft im Kirchstaig zog dann die Bäckerei und das Ladengeschäft von von Max Hall ein.
- Am 29.04.1866 bewirbt Christian Mezger die Neueröffnung Gasthaus "Zur Rose" in seinem neu gebauten Haus. Jahre später übernahm der das Gasthaus "Zur Krone"
- Bis wann Bäckerei im Haus Bollian?
- Im Jahre 1889 war der Rosenwirt Wilhelm Herrmann im Haus in der Hauptstr. .. (später Nr. 41),
- Ab 1891 befand sich in diesem Haus die Bäckerei Hall und anschließend die Bäckerei Beller. Das Gasthaus wurde aufgegeben. Siehe Seite "Frühere Lebensmittelläden in Grünwettersbach".
- Bis zum Umbau dieses Hauses in den 1950er Jahren, war das Aushängeschild des Gasthauses "Rose" noch an der seitlichen Hauswand angebracht. Dies ist auf alten Fotos zu sehen.
- Zum Grünen Baum (Hintere Gasse/Klamstraße 45/Kirchstraße 7):
- Im Gegensatz zu „Lamm“ und „Rose“ handelte es sich um eine „zweistöckige Behausung“ (1834).
- Der Betreiber im Jahre 1925 war Christian Berger.
- Stellte den Betrieb ungefähr Mitte des 20. Jahrhunderts ein.
- Zur Eintracht (vermutlich Hauptstraße): Eine Schankwirtschaft, erstmals dokumentiert um 1879.
- Cafe-Restaurant Bergstüble war in der Hohenwettersbacher Straße
- Eröffnung? - Schließung?
- Zwei Ansichtskarten. Herausgeber: " Café-Restaurant "Bergstüble". Besitzer Sofie Missenhardt, Grünwettersbach bei Karlsruhe. Telefon K'he 43450. Vorzügliche Küche - Hausspezialitäten! Herrliche Aussicht - ruhige Lage - Fremdenzimmer"
- Cafe ???
- In den 1950/1960er Jahren gab es in der heutigen Straße "Am Steinhäusle" ein Cafe.
- Wer hat weitere Informationen?
- Clubhaus des FC Phönix Grünwettersbach
- Eröffnung? - Schließung?
- Straßenname? (heute Am Wiesenacker)
Gaststätten auf alten Grünwettersbacher Ansichtskarten
Die Grünwettersbacher Gasthäuser "Zum Adler", "Rose" und "Lamm" lagen direkt nebeneinander.
Gasthaus Lamm:

Gasthaus Rose:
Wir suchen ein Foto
Gasthaus Adler:
Gasthaus "Zur Krone" (heute Fahrschule, bei Rathaus):

Gasthaus Grüner Baum: Ecke Baumgasse:
Noch kein Foto vorhanden. Wer kann helfen?
Gasthaus Zur Sonne, Am Wetterbach Nr.?, gegenüber Apotheke:

Restaurant - Cafe Bergstüble, Hohenwettersbacher Straße:

Clubhaus FC Phönix Grünwettersbach:
Wir suchen ein Foto
🍇 Zusammenfassung der Gaststätten in Palmbach
Straußwirtschaften (Anfang 19. Jhd.): Um 1806 gab es zwei Straußwirtschaften (Etienne Roux und Daniel Jourdan sen.), die jedoch nicht für ordentliche Verpflegung und Beherbergung geeignet waren. Reisende mussten weiterziehen.
Am 09. März 1835 veröffentlichte das Bürgermeisteramt Palmbach folgende Bekanntmachung in der Tageszeitung: "Mit Wirkung vom 14. Januar 1835 bestätigt der Bürgermeister die Realwirtschaft für beide Palmbacher Gaststätten." Die Wirtschaft zum Ochsen und die Wirschaft zum Lamm erhalten die Betitelung "Schildwirtschaft".
Erklärung: Als "Straußwirtschaft" bezeichnete man Anfang des 18. Jahrhundert einfache, meist zweitweise betriebene Dorfausschänke ohne volles Schankrecht. Hier wurde meist eigener Wein oder eigener Apfelmost ausgesschenkt. "Realwirtschaft" Das Recht zu wirten klebte am Haus. Das Haus durfte also immer als Gasthof genutzt werden, egal wer der Besitzer war. Diese Rechte waren sehr wertvoll, da sie verkauft oder vererbt werden konnten. Im Unterschied zur Personalwirtschaft: Die Erlaubnis war an die Person des Wirtes gebunden. Starb er oder zog er um, erlosch die Konzession.
"Schildwirtschaft": Der Wirt durfte ein Wirtshausschild (das "Eisenschild") heraushängen. Ein Schildwirt durfte alles: Gäste beherbergen (Übernachtung), warme Speisen servieren und Wein/Bier ausschenken. Gegenteil: Die Schenkwirtschaft. Ein einfacher Schenkwirt durfte oft nur Getränke ausgeben und kalte Speisen (Vesper) servieren.
Schildwirtschaft „Zum Lamm“
- Hauptstraße, heute Talstraße
- Nachdem Daniel Jourdan sen. sein Lokal nicht verbessert hatte, erhielt sein Sohn Daniel Jourdan jun. am 1. Dezember 1807 die Erlaubnis für eine Schildwirtschaft, wofür er das Schild „Zum Lamm“ wählte.
- Das Gasthaus profitierte davon, dass in unmittelbarer Nähe das erste Rathaus eingerichtet wurde, und entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt und Veranstaltungsort.
- Eine zweite Schildwirtschaftsgerechtigkeit wurde 1808 an Jean Berger erteilt, der sie von Etienne Roux erwarb, jedoch mit der Einschränkung, dass diese beim Tod von Roux erlosch.
- In der Tageszeitung vom 28.08.1838 ist zu lesen, dass Josef Leibinger vor drei Wochen das Gasthaus "Zum Lamm" gepachtet hat undd gute Speisen und Getränke anbietet.
- Wurde in den 1980er Jahren geschlossen. Heute Firma Fest-Service.
Schildwirtschaft „Zum Ochsen“
- Bergstraße, heute Waldbronner Straße
- Kam im 19. Jahrhundert hinzu.
- Tageszeitung am 14. Juni 1824: Schuldenliquidaton der Erben des verstorbenen Ochsenwirts Jean Berger
- Eine Fotografie von 1914 zeigt, dass die Gaststätte zu dieser Zeit von einem Metzger und Wirt betrieben wurde, der auch Wurstwaren verkaufte.
- Nach einer Zwangsversteigerung 1935 wurde das Anwesen von Emil Link gekauft, der Gasthaus und Metzgerei am 30. September 1950 wiedereröffnete.
- Der Wirtsbetrieb wurde im Karlsruher Adressbuch von 1983 zum letzten Mal als "Ochsen" genannt. Seither "Schmalztöpfle".

Quelle alte Zeitungsausschnitte: https://digital.blb-karlsruhe.de



